Carpe diem am Arsch

 

Blog. Claudia nimmt mir die Vorfahrt. Ich kenne Claudia nicht, aber der Sticker auf der Frontscheibe mit der Aufschrift „Claudia” gab mir einen Hinweis. Claudia fährt einen silbernen Seat Ibiza. Ich springe zur Seite. Einerseits, um nicht überfahren zu werden. Andererseits vor Schreck, weil beim Schulterblick Claudias blondierte Haare zur Seite wehen, sodass ich ihre lederne, mallorcabronzene Haut erblicken muss. Das sieht furchterregend aus.

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Keine Macht für Wiegand!

Es ist 22:30 Uhr und ich bin der Einzige in meiner Hood, bei dem noch das Licht brennt. Ich bin nun also der Punk im Viertel. Zwecks Erwachsenwerdens bin ich kürzlich mit meiner Freundin zusammengezogen. Nun haben wir ein Ecksofa und sammeln Payback-Punkte. Unsere winzigen Löcher in der Innenstadt haben wir aufgegeben zugunsten dreier Zimmer mit Balkon in einer Wohngegend, in der keine Studenten, sondern echte Erwachsene leben. Das sind Leute mit E-Bike und Smart-TV. Woher ich das weiß? Mein Handy verbindet sich aus mysteriösen Gründen immer mit dem Fernseher unseres Nachbarn. Manchmal spiele ich dort nachts Videos vom Exorzismus der Emily Rose ab. Nur aus Spaß. Und so sehr ich auch die Vorzüge der Vorstadt genieße, so mache ich mir doch ernsthafte Sorgen um meine Street-Credibility. Wie Straße kann ein Mensch sein, der Korkuntersetzer unter sein Weinglas stellt?

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Die bemerkenswerte Blödheit des Benjamin Button

Blog. Nur kurz ’ne Cola holen. Ich wollte verdammt noch mal nur kurz ’ne Cola holen! Als ich in den Penny hineingegangen bin, habe ich sogar extra geguckt, ob die Schlange auch nicht zu lang ist. War kein Thema, da standen nur drei oder vier Leute, das würde schon schnell gehen, dachte ich. Jetzt stehe ich hier seit 10 Minuten neben dem Band an der Kasse und warte. Das Problem ist keine langsame Kassiererin. Das Problem sind nicht zu viele Kunden. Das Problem ist auch nicht die ältere Dame vor mir. Das einzige Problem weit und breit ist der dämliche Student, der ganz offensichtlich zum ersten Mal in seinem Leben ohne Muttis Hilfe einkaufen geht.

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10 Gründe, warum es beschissen ist, ein Pinguin zu sein

Zum heutigen Weltpinguintag: Die überarbeitete Version einer meiner ältesten – und merkwürdigsten – Geschichten.

1. Ich sehe unglaublich niedlich aus. Das mag zwar seine Vorteile haben, wenn ich mir in der Kneipe einen ausgeben lassen will, aber im echten Leben nervt das, wenn fremde Menschen dich ständig knuddeln wollen. Ich mag gar nicht knuddeln. Und wenn ich dann sauer werde und mich aufrege, dann finden die Leute das nur noch niedlicher. Da kann ich fluchen und schimpfen wie ich will, ich mach’s nur noch schlimmer. Ich bin ein perpetuum mobile der Flauschigkeit. Nicht mal wütend weglaufen kann ich, ohne dass irgendein Vollarsch ankommt und ruft „oooh, wie süß der watschelt“, während er auf mich zeigt und sein bescheuertes Smartphone zückt. Ich hasse diese Leute mit Smartphone! Laufen damit rum, machen drittklassige Fotos von allem und jedem und halten sich dabei für Andy Warhol, weil sie nen totaaal geilen Retro-Filter darüber legen.

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